Seit einiger Zeit beobachten wir ein Phänomen, das in Olivenölbetrieben und Mühlen immer mehr an Bedeutung gewinnt: Es wird den Verbrauchern das sogenannte „Olio Novello“ (auch Verdone genannt) angeboten, das durch seine leuchtende Farbe Aufmerksamkeit erregt.
Um ein besonders grünes Öl zu erhalten, werden die Oliven geerntet, bevor der Reifungsprozess (Invaiatura) beginnt; dies führt dazu, dass das Mahlen dieser Oliven dem Öl ein intensives Grün verleiht, das hauptsächlich auf den hohen Chlorophyllgehalt zurückzuführen ist.
Alles sehr schön, oder?
Nicht ganz, denn man muss sagen, dass das aus zu unreifen Oliven gewonnene Öl, auch wenn es auf den ersten Blick starke Noten von frischem Gras und eine angenehme Fruchtigkeit aufweist, diese Eigenschaften oft in sehr kurzer Zeit verliert.
Der größte Nachteil besteht jedoch darin, dass solche Öle oft eine Eigenschaft haben, die sie negativ kennzeichnet: Sie belegen den Mund (Adstringenz).
Ein Qualitätsöl sollte nämlich nur wenige Sekunden im Mund verweilen und einen bitteren/scharfen Nachgeschmack hinterlassen, ohne dass der Gaumen überfordert wird.
Die meisten dieser Öle, die wunderschön anzusehen sind, würden bei einem Paneltest durchfallen.
Auch weil die Farbe eine Eigenschaft ist, die den Verkostern verborgen bleibt, da sie blaue Gläser verwenden, um sich nicht von der Farbe des Öls beeinflussen zu lassen.

